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Kylltalbad öffnet nächstes Jahr

Freibad Kordel

"Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und bedauern es sehr, aber die Vernunft lässt uns in der aktuellen Situation keine andere Wahl, als das Kylltalbad in 2020 geschlossen zu halten,“ so Bürgermeister Michael Holstein zu der Entscheidung das Freibad in dieser Saison nicht zu öffnen.

 

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und wir bedauern es sehr, aber die Vernunft lässt uns in der aktuellen Situation keine andere Wahl, als das Kylltalbad in 2020 geschlossen zu halten,“ so Bürgermeister Michael Holstein zu der Entscheidung, die von allen im Verbandsgemeinderat Trier-Land vertretenen Fraktionen und den Beigeordneten der VG uneingeschränkt mitgetragen wird.

Theoretisch bestünde ab dem 27. Mai 2020 an die Möglichkeit, das Freibad zu öffnen, nur die praktische Umsetzung würde die Verbandsgemeinde Trier-Land vor extrem große Herausforderungen stellen.

 Bürgermeister Holstein verweist in diesem Zusammenhang auf folgende Argumente, die zur Nicht-Öffnung in der Badesaison 2020 führen:

 §  Personalsituation:
Aufgrund der aktuellen Risikoeinschätzung des RKI (Robert-Koch-Instituts) stellt sich für die Verbandsgemeinde Trier-Land die Situation so dar, dass nur ein Teil des festen Stammpersonals eingesetzt werden kann und darf. Der Markt an ausgebildeten Kräften ist leer und Fachpersonal ist für dieses Jahr nicht zu finden. Während in „normalen“ Jahren acht Rettungsschwimmer in der Badesaison eingesetzt werden können, stünden in diesem Jahr nur vier Rettungsschwimmer zur Verfügung. Da die Personaldecke sich dieses Jahr mehr als dünn darstellen würde, dürften keine Krankheitsfälle oder ähnliches hinzukommen. Das System würde kollabieren und eine Badschließung nach sich ziehen.

Aufgrund der Coronaauflagen müssen mindestens drei Security-Mitarbeiter in der Saison beschäftigt werden. Dies bedeutet Mehrkosten von rund 7.600 Euro pro Woche.

§  Vorbereitende Arbeiten zur Baderöffnung:
Bis das Bad für Badegäste geöffnet werden kann, sind jedes Jahr ca. vier Wochen Vorlaufzeit notwendig. Wenn dieser Automatismus der Beckenentleerung, Säuberung, punktuellen Sanierungsarbeiten in den Becken sowie die Neubefüllung und Durchchlorung des Wassers startet, kann dieser Prozess nicht angehalten werden. Da bis vor kurzem noch völlig unklar war, ob Bäder überhaupt in diesem Sommer geöffnet werden können, wurden kostenintensive Arbeiten zurückgestellt, die im Falle einer Nichtöffnung nicht notwendig sind.

§  Wie würde der „Badespaß“ in 2020 konkret aussehen:
Hierbei orientiert sich die Verbandsgemeinde Trier-Land an der achten Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz mit dem Hygienekonzept für Freibäder vom 26.05.2020 sowie dem Pandemieplan Bäder der DGfdB – Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e.V.:

-       Kontrolle der Abstandsregelungen auf dem Parkplatzbereich sowie an der Eingangstür. Warteschlagen / Menschenansammlungen sind zu vermeiden

-       Erfassung der persönlichen Daten jedes Badegastes mit Uhrzeiten, möglichst ohne Warteschlangenbildung vor dem Bezahlvorgang

-       Es dürfen aufgrund der Größe des Bades max. 429 Personen das Freibad betreten. Max. 200 Personen dürfen sich zeitgleich in allen Becken zusammengenommen befinden. Die anderen 229 Personen sind am Betreten der Becken zu hindern. (Hinweis: an heißen Tagen besuchen im Regelbetrieb bis zu 1.300 Badegäste das Kylltalbad).

-       Es muss ein Wegekonzept innerhalb des Bades entwickelt werden, an das sich die Besucher zwingend halten müssen.

-       Die Gemeinschaftsduschen und die Toilettenanlagen dürfen maximal nur durch eine Person oder Angehörige einer Familie genutzt werden. Dies muss dauerhaft kontrolliert werden.

-       Auf den Liegewiesen und Sitzbänken muss das Badpersonal kontinuierlich kontrollieren, dass ein Sicherheitsabstand von 1,50 m gewährleistet ist. Für Familien soll ein separater Liegewiesenbereich ausgewiesen werden.

-       Das Hygienekonzept des Landes schreibt „ein Konzept zum geordneten Schwimmbetrieb“ vor. Hierbei orientiert sich die VG Trier-Land u.a. an dem Pandemieplan der DGfdB. Dies heißt im Einzelnen, dass der Sprungturm sowie alle Rutschen des Bades geschlossen bleiben, der große Sprung- und Spielhund im Nichtschwimmerbecken darf nicht aufgeblasen werden. Bei der Nutzung von Kleinkinder- und Nichtschwimmerbecken ist das Abstandsgebot einzuhalten und ständig zu kontrollieren.

Im Schwimmerbecken müssen Bahnmarkierungen in Form von Leinen Bahnen des Hin- und des Zurückschwimmens ermöglichen, ohne Begegnungsverkehr. An jedem Becken muss eine Aufsichtsperson alle Kontrollen durchführen und die Gäste auf die Einhaltung der Regeln hinweisen.

-       Beim neu zu schaffenden Ausgang (um Begegnungsverkehr im Eingangsbereich zu verhindern) müssen die Gäste sich nochmals mit der Uhrzeit und ihrem Namen registrieren lassen.

-       Die Frage, wie das Personal sich bei Rettungsmaßnahmen sicher verhalten kann, wo und wie die Badegäste bei aufkommendem Gewitter unterzubringen sind, bzw. wie bei einer Räumung des Bades bei außergewöhnlichen Gefahren ein Sammelplatz aller Badegäste organisiert werden kann, konnte bisher noch nicht gelöst werden.

Bürgermeister Holstein hierzu: „Der Badespaß wird in diesem Jahr grundlegend anders sein, als in den letzten Jahren. Die Besucher werden vom Eingang bis später zum Ausgang durchreguliert und kontrolliert werden. Das Land schreibt im Hygienekonzept für Freibäder unter Punkt 5b: ‚Gästen, die nicht zur Einhaltung der nachfolgenden Regeln bereit sind, ist im Rahmen des Hausrechts der Zutritt zu verwehren.‘

Ich bin selbst gerne Schwimmer in unserem Kylltalbad und bin mehrfach im Jahr dort schwimmen. Aber schlimmer und ungemütlicher kann ich mir kein Badevergnügen vorstellen, wie es mich dieses Jahr dort erwarten würde.“

Neben allen Argumenten des Für und Wider des Eröffnens oder nicht, neben der Fürsorgepflicht für das Badepersonal aber auch der Gäste sollte hier die wirtschaftliche Seite ebenfalls näher betrachtet werden.

§  Kosten:
Die normale Inbetriebnahme des Kylltalbades in Kordel schlägt mit jährlich ca. 62.000 Euro zu Buche.

Für die Umsetzung aller Coronasicherheits- und Hygienemaßnahmen hat die kaufmännische Abteilung zusätzliche Kosten von ca. 80.000 Euro ermittelt. Eine Baderöffnung würde die Bürgerschaft der VG also in diesem Jahr rund 142.000 Euro kosten.

In normalen Badejahren subventioniert die Verbandsgemeinde jeden Badegast mit rund 14 Euro. Mit allen Mehrkosten und den geringeren Einnahmen aufgrund der Coronabeschränkungen hat die zuständige Abteilung für 2020 einen Zuschussbedarf von rund 42 Euro pro Person ermittelt.

Generell weist das Freibad der VG Trier-Land ein jährliches betriebswirtschaftliches Defizit von rund 410.000 Euro auf. Dies ist in der Region nicht ungewöhnlich.

„Im Austausch mit dem Fachpersonal und den politischen Fraktionen sind wir all diese Punkte auf ihre Realisierbarkeit durchgegangen und haben intensiv abgewogen, ob Aufwand und Nutzen sich noch die Waage halten“, so Bürgermeister Michael Holstein. „Leider sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Öffnung des Kylltalbades im Jahr 2020 weder aus Sicht eines unbeschwerten Badevergnügens noch aus Sicht eines halbwegs wirtschaftlich vertretbaren Betriebes Sinn macht.“ Zu den zusätzlichen Kosten für Aufsichts- und Reinigungspersonal kämen auf der Gegenseite geringere Einnahmen durch die Begrenzung der Gästezahlen.

Die Verbandsgemeinde Trier-Land wird die Zeit aber nicht ungenutzt verstreichen lassen, sondern gezielt an einer weiteren Attraktivitätssteigerung des Kylltalbades arbeiten. So wird etwa die Erneuerung der Filteranlage für eine bessere Wasserqualität sorgen. Eine Arbeitsgruppe wird weitere, attraktivitätssteigernde Ideen entwickeln und in die Umsetzung bringen.

Bürgermeister Holstein bittet die Bürger*innen um Verständnis für die getroffene Entscheidung und dankt den politischen Gremien für die „Rückendeckung“.

„Wir freuen uns auf eine hoffentlich unbeschwerte kommende Saison 2021.“