St. Irminen

Das adelige Damenstift Oeren (St. Irminen) besaß in Aach bis zur
Französischen Revolution die Grundherrschaft, die Mühle, den Zehnten
und das Kirchenpatronat. Die hohe Gerichtsbarkeit war zwar umstritten,
aber der Trierer Erzbischof und Kurfürst schaffte es während all dieser
Jahrhunderte nicht, seine Landesherrschaft auf das Dorf auszudehnen.
Das Dorf (obgleich vor den Toren von Trier gelegen) galt unter der
Herrschaft des Stiftes St. Irminen als „reichsfrei“. Eine wichtige
Folge war, dass sich hier Juden ansiedelten, die im Spätmittelalter vom
Kurfürsten aus Trier vertrieben wurden und dort sehr lange restriktiven
Bestimmungen unterworfen waren. Sie betrieben vor allem Viehhandel. Ein
Synagogengebäude (jetzt Wohnhaus) in der Mitte des Dorfes und ein
Judenfriedhof zeugen noch heute von einer langen Tradition jüdischen
Lebens in Aach.